Schadensregulierung nach Verkehrsunfall in Ungarn

  1. Als deutscher Staatsangehöriger können Sie nach der IV. EU-Haftpflichtrichtlinie Ihre Schadenersatzansprüche nach einem Unfall im EU-Ausland direkt gegenüber dem Regulierungsbeauftragten der gegnerische Versicherung in Deutschland geltend machen.
  2. Als deutscher Staatsangehöriger, der bei einem Verkehrsunfall in Ungarn geschädigt/verletzt wurde, haben Sie nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl. BGH Urteil vom 06.05.2008 – VI ZR 200/05, BGHZE 176,276ff) einen Gerichtsstand an Ihrem Wohnort in Deutschland.
  3. Ungarische KFZ-Versicherer weisen Schmerzensgeldansprüche zurück unter Hinweis auf § 354 des ungarischen Zivilgesetzbuches. Danach sind Schmerzensgeldansprüche nur begründet, wenn der Verletzte dauerhaft an der Teilhabe am sozialen Leben gehindert ist.

    Diese Vorschrift ist allerdings seit der Entscheidung des ungarischen Verfassungsgerichtes Beschluss Nr. 34/1992 (VI.1.) verfassungswidrig. Dies wird bisher von den ungarischen KFZ-Versicherern weitgehend ignoriert.